Frauenkampftag

Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,

Liebe Frauen* und Verbündete!

Willkommen zur Demo am 8. März, dem internationalen Frauen*kampftag.

Wir freuen uns sehr, dass so viele Menschen trotz des Regens hier stehen, um gemeinsam zu zeigen, dass es noch mehr als genug Gründe gibt, für Feminismus und eine emanzipierte Gesellschaft auf die Straße zu gehen.

Seit über hundert Jahren organisieren sich Frauen* weltweit, um in Form von Demonstrationen für ihre Rechte zu kämpfen. Es begann mit der Forderung von Sozialistinnen nach freiem und gleichen Frauenwahlrecht, was zu Beginn so fern der Realität erschien und heute nicht mehr wegzudenken ist.

Ebenso die Errungenschaften, Gewalt gegen Frauen auf jeder Ebene, auch innerhalb der Ehe, strafbar zu machen, Abtreibungen nicht mehr strafrechtlich zu verfolgen, Homo- und Bisexualität zu legalisieren,

Doch der Kampf ist noch nicht vorbei!

In kapitalistischen Gesellschaften werden Frauen immer weniger Wert sein als Männer, weil sie für die Reproduktionsarbeit zuständig sind. Reproduktion umfasst, sich unbezahlt um den Haushalt zu kümmern, Essen zu kochen, Kinder zu erziehen und schlecht bezahlt sowie wenig gewürdigt die Erziehung fremder Kindern, Reinigung von Gebäuden und Pflege von Alten, Kranken und Menschen mit Behinderungen zu leisten.

Neben diesen, einfach zu verstehenden Unterschieden gibt es verdeckte Machtmechanismen und Diskriminierungen aufgrund von Geschlecht, sexueller Orientierung, sexueller Identität, Aussehen, Herkunft, Religion, sozialer Schicht, Behinderung.

Feminismus muss immer speziell für die Menschen kämpfen, die von mehr als einer Diskriminierung betroffen sind.

Feminismus muss laut sein und darf sich nicht von anderen vorschreiben lassen, welche Themen behandelt werden.

Lasst uns den Feminismus feiern!

 

Die Linksjugend [’solid] Niedersachsen, hat am 08.03.2017 eine Demo organisiert.

Die Routen Strecke

Durch das Erstarken rechts-konservativer Parteien und Bewegungen bestimmen antiemanzipatorische Ideologien vermehrt den gesellschaftlichen Diskurs.

Es ist wieder mehrheitsfähig, offen Sexismus zu reproduzieren und Errungenschaften der Frauen*bewegungen wie Abtreibungsrecht, moderne Familienbilder und Rollenverteilungen, kritische Betrachtung von Gender (gesellschaftliches Geschlecht im Gegensatz zum biologischen Geschlecht) rückgängig zu machen.
Das können wir Frauen* nicht auf uns sitzen lassen!

Die Bilder vom Women‘s March in den vereinigten Staaten zeigen eindrucksvoll die Antwort auf die Wahl eines rassistischen, sexistischen, ableistischen, klassistischen (…) Präsidenten. Ebenso die Proteste gegen Verschärfungen des Abtreibungsgesetzes in Polen oder die Reaktionen auf Gewalt gegen Frauen* in der Türkei (Fall Özgecan Aslan). In internationaler Solidarität und Besinnung auf unsere Forderungen möchten wir Frauen* auch in Hannovers Straßen Präsenz zeigen.

Emanzipatorische Bestrebungen, Machtverhältnisse und Diskriminierung in der Gesellschaft aufzudecken und zu bekämpfen, dürfen nicht bei Forderungen nach gleichem Lohn stehen bleiben, sondern müssen jede Ebene struktureller Ungleichheit aufgreifen.

Besonders von Ausgrenzung und Diskriminierung sind von sogenannter Intersektionalität (Mehrfachdiskriminierung) betroffene Menschen. Feminismus bedeutet für uns immer intersektionaler Feminismus, da nur dieser gegen jegliche Diskriminierung vorgeht.

Lasst uns wagen, dass Frauen* den öffentlichen Diskurs bestimmen!

Wir danken allen Anwesenden, die sich nicht von dem Regen abhalten ließen, sich laut und stark für den Feminismus stark zu machen.

Wir haben für nächstes Jahr wieder eine Demo geplant, auf unserer Facebook-Seite seht ihr alle Infos.

https://www.facebook.com/fkthannover/