Frauen*kampftag am 08.03.2020

Seit über 100 Jahren ist der Frauen*kampftag ein wichtiges Symbol für den Kampf der Frauen für Gleichberechtigung, der nach dem ersten Weltkrieg mit dem Frauenwahlrecht erste Früchte trug. Der Kampf der Frauen nach Freiheit und Selbstbestimmung war jedoch auch danach kein Selbstläufer. Fast 70 Jahre dauerte es, bis Frauen alleine und ohne Zustimmung ihren Beruf frei wählen oder ein Bankkonto eröffnen durften und Vergewaltigung in der Ehe war noch 1997 völlig legal. Keine dieser Errungenschaften war ein Selbstläufer und zukünftige Generationen verdanken sie den Feminist*innen, die damals wie heute für gleichwertige Lebensumstände kämpfen. Nach jedem einzelnen dieser Schritte gab es Männer aber auch Frauen*, die meinten, dass es doch langsam mal reichen würde, doch der Kampf ist noch nicht ausgefochten. Noch heute können Frauen* nicht frei über ihren Körper entscheiden, verdienen 21% weniger als Männer und leisten einen großen Teil der unbezahlten Haus- Erziehungs- und Pflegearbeit. Wir stehen an der Seite der Frauen* und unterstützen sie uneingeschränkt auf dem Weg zu gleicher Bezahlung und gleicher Repräsentation, zur vollgesellschaftlichen Gleichberechtigung.

Auch in Niedersachsen gab es dieses Jahr zahlreiche Demonstrationen und Aktionen um den Frauentag, u.a. in Hannover, Braunschweig, Hildesheim, usw. Neben der Unterstützung der alljährlichen Demonstrationen haben wir auf Initiative der Bundesverbände gemeinsam mit den Jusos und der GJ dieses Jahr eine gemeinsame Aktion organisiert. In Maleranzügen mit roten Handabdrücke gekleidet haben wir gemeinsam Flyer zum Thema Femizide und Gewalt an Frauen* verteilt, um so auf dieses leider immer noch reale und gesamtgesellschaftliche Problem aufmerksam zu machen. Jeden Tag versucht ein Mann eine Frau in seiner Familie zu ermorden und jeden dritten Tag stirbt eine Frau durch die Hand ihres (Ex-)Partners.

Wir fordern eine sofortige Vollfinanzierung der Frauenhäuser und Aufstockung der Plätze! Aufgrund von Platzmangel und Unterfinanzierung werden jedes Jahr noch immer hunderte von Frauen* und Kinder an den Frauenhäusern abgewiesen und sind so gerade in den Notsituationen schutzlos.

Um auf all dieses Missstände aufmerksam zu machen und sie abzuwenden braucht es gesamtgesellschaftliche Aufklärungsarbeit, die schon im Kindergarten beginnt. Außerdem fordern wir die Entlohnung privater Care Arbeit!