Feminismus

„Feminismus ist die radikale Überzeugung, dass alle Menschen gleiche Rechte, gleiche Löhne und gleiche Repräsentation verdient haben – unabhängig von ihrer sexuellen Identität.“

Strukturelle Unterdrückung von Frauen* zeigt sich wie ein roter Faden durch die gesamte Menschheitsgeschichte – bis in die Gegenwart. Lange waren Frauen auf vor dem Gesetzt nicht Männern gleichgestellt – Menschenrechte galten zur Jahrtausende nur für die Hälfte der Menschheit.

Der Feminismus und insbesondere die Feminist*innen haben in der Vergangenheit bereits großartige Erfolge errungen: Die erste Frauenbewegung begann etwa Mitte des 19. Jahrhunderts. Sie erstritt Grundrechte, die heute selbstverständlich sind, etwa das Wahlrecht für Frauen*.
Der zweiten Welle verdanken wir die heutige Überzeugung, dass Frauen* überhaupt gleichwertige und eigenständige Menschen sind. Beispielsweise waren bis 1976 Männer* gesetzlich als „Haushaltsvorstände“ festgelegt und Frauen* durften ohne Erlaubnis ihres Ehemannes nicht einmal einen Beruf ausüben. Das dies heute sich nicht mehr so ist, ist ein gewaltiger Verdienste – innerhalb der letzten 50 Jahre hat sich also hinsichtlich der Ebnung einer Gleichstellung der Geschlechter viel getan.

Heute wachsen die meisten jungen Menschen mit der Überzeugung auf, dass zwischen den Geschlechtern keine Hierarchie besteht und dass alle Menschen, egal welches Geschlecht sie haben, gleichwertig sind und gleichberechtigt sein sollten. Wenn dies mittlerweile als gesellschaftlicher Standard erscheint stellt sich die Frage: Wozu braucht es überhaupt noch Feminismus? Tatsächlich sind viele Menschen der Meinung, wir wären hinsichtlich der Gleichberechtigung schon am Ziel.

Doch noch immer verdienen Frauen* bei gleicher Arbeit weniger Geld als Männer* und sind in Leitungspositionen und Politik schändlich unterrepräsentiert. Auch diskriminierende Rollenbilder und einschränkende gesellschaftliche Erwartungen halten sich eisern in den Köpfen vieler Menschen – oft ist dies gar nicht böswillig oder abwertende gemeint, sondern einfach das Produkt einer unterbewussten Prägung durch die Sozialisation in einer sexistischen Welt. Die nach wie vor wenigen Frauen* in der Wissenschaft berichten auch heute noch davon, dass ihnen weniger zugehört wird, ihre Beiträge weniger beachtet werden als die von Männern* und ihre Kompetenz eher angezweifelt wird. Ebenso ergeht es Frauen* in vielen anderen Berufs- und Gesellschaftsfeldern.

Wir sehen es als unsere Aufgabe an, weiter den Finger in die Wunde zu legen, aufzuklären, die Kämpfe fortzuführen und diese Missstände zu beseitigen – denn alle Menschen haben gleiche Rechte, Behandlung und Repräsentation verdient. Die fortwährende Diskriminierung von Frauen* muss endlich ein Ende haben und das Patriarchat zerschlagen werden – aber das wird nicht von alleine passieren!

Deshalb kämpfen wir weiter. Aktuell zum Beispiel konkret für:
• Den Ausbau und die solide Finanzierung von Frauen*häusern und konsequente Aufklärung von sexuellen Gewalttaten – denn noch immer erlebt ein Drittel aller Frauen körperliche und/oder sexuelle Gewalt.
• Das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung – Paragraph 218 und 219a müssen weg. Schwangerschaftsabbrüche müssen entkriminalisiert werden und das Informationsverbot muss fallen.
• Gleiche Löhne für gleiche Arbeit – die Gender Pay Gap ist ein Skandal und muss geschlossen werden!