Landesarbeitskreise

Hier möchten wir euch einmal unsere Landesarbeitskreise (kurz LAKs) vorstellen, in denen ihr zu verschiedenen Themen in Niedersachsen mit vielen anderen engagierten Leuten mitarbeiten könnt. Wenn ihr euch auch bei einem dieser Arbeitskreise engagieren wollt, schreibt einfach der jeweiligen Ansprechperson und wir setzen uns mit euch in Verbindung!

Klickt einfach auf die folgenden Links, wenn ihr mehr über den jeweiligen LAK erfahren wollt:
LAK Bodypositivity
LAK Gewerkschaft
LAK Politische Bildung
LAK Kurdistian
LAK Shalom

 

LAK Bodypositivity

Wir haben uns gegründet, um die Probleme sexistischer und diskriminierender Schönheitsideale in der Werbung, im Fernsehen und im Internet, zu bekämpfen!

Spätestens die #Metoo-Bewegung hat uns wieder mal ins Bewusstsein gerufen, dass Sexismus und sexistische Diskriminierung in unserer Gesellschaft nach wie vor allgegenwärtig sind.

Begünstigt und ermöglicht wird dies auch durch die Etablierung realitätsferner und diskriminierender Schönheitsideale, unter denen besonders junge Menschen, vorwiegend Mädchen, aber auch queere Menschen, zu leiden haben. In dem Zeitraum von 2005 bis 2014 sind die registrierten Fälle von Magersucht von 5096 auf 8419 gestiegen und die Gruppe der Betroffenen ist dabei extrem jung. Jedes dritte Mädchen zwischen 11 und 17 Jahren hat eine Essstörung (1).

Das sind die Extremfälle einer Gesellschaft, die sich im Schlankheitswahn befindet. Auch Menschen, die nicht magersüchtig werden oder an einer Fress-Brech-Sucht leiden, müssen sich oft genug Sprüche und Beleidigungen anhören, weil sie angeblich nicht der gesellschaftlichen Schönheitsnorm entsprächen. Neben Essstörungen sind also auch Depressionen und Mobbing eine Auswirkung dieser Zustände.

Die Etablierung solcher Trends liegt dabei auch im ökonomischen Interesse verschiedener Konzerne. Durch die geschickte Platzierung von Werbung wird Einfluss auf die gesellschaftliche Wahrnehmung genommen. Dabei werden allerdings nicht nur spezielle Models ausgewählt, die für ihre Figur teilweise absurde Ernährungspläne bis hin zu richtigen Hungerphasen durchmachen müssen. Die Bilder werden anschließend mit dem Computer noch so lange nachbearbeitet, bis das präsentierte Bild kaum noch etwas mit der Realität zutun hat. Von den meisten Menschen wird das jedoch als natürlich wahrgenommen und so eifern einige einem Ideal nach, das niemand auf der Welt erfüllt oder erfüllen kann.

Doch die gesellschaftliche Etablierung geht weit über diese Werbung hinaus. In sozialen Netzwerken, wie Facebook, Instagram oder YouTube nutzen sog. “Influencer” diese Schönheitsideale, für eigene Geschäftsmodelle. YouTuber wie BibisBeautyPalace, Dagi Bee oder Sami Slimani präsentieren sich wie die besten Freunde ihrer Fans und drehen ihnen Beautyprodukte an wofür sie von der Industrie bezahlt werden.

Auch Musiker*innen wie Kollegah, der in letzter Zeit besonders durch Antisemitismus und sein antiwissenschaftliches Weltbild aufgefallen ist (2) (3), verkauft mit der “Bosstransformation” (einem Fitnessprogramm) und seiner eigenen Klamottenmarke, diverse Mode- und Lifestyleprodukte/Dienstleistungen an seine Fans (4) (5). All diese gesellschaftlichen Akteure reproduzieren damit jene Schönheitsideale, die schon die Modeindustrie mit beeinflusst hat, völlig ohne Rücksicht auf die negativen Auswirkungen auf ihre Fans und Konsument*innen. Durch ihre Reichweite erhalten Firmen Zugänge zu ihre Zielgruppen, die sie ansonsten niemals bekommen hätten und durch die zahlreichen sozialen Netzwerke entsteht für diese Ideale ein Echoraum, in dem die diversen Communities ebenfalls zur Reproduktion und zur Indoktrinierung dessen beitragen.

Es ist Zeit, dass dagegen etwas getan wird! Mit Aktionen wie #notheidisgirl wurde bereits medienwirksam auf die fatalen Auswirkungen, die Shows wie Germanys next Topmodel, auf junge Mädchen haben können, aufmerksam gemacht (6). Der feministische Kampf gegen Objektivierung, Sexualisierung und die Etablierung gefährlicher Schönheitsideale muss dabei auf vielen verschiedenen politischen Ebenen und in vielen Institutionen geführt werden. Doch das reicht unserer Ansicht nach nicht aus. Es muss die Machtfrage gestellt werden: Wie kommt ein Schönheitsideal zustande? Welche gesellschaftlichen Faktoren spielen dabei eine Rolle? Akteure, die dieses Bild maßgeblich prägen müssen untersucht und ihre Ziele herausgearbeitet werden. Darüber hinaus müssen wir auch einen selbstkritischen Blick auf uns und alle Menschen werfen, denn jeden Tag reproduzieren Menschen diese Schönheitsideale und damit auch gesellschaftliche Unterdrückungsmechanismen. Auch dieses Verhalten wollen wir einer fundierten Kritik unterziehen, sowohl bei anderen, als auch bei uns und im gesamten Landesverband der Linksjugend. Parteien und Jugendverbände sind immer auch ein Spiegel der gesellschaftlichen Verhältnisse. Das bedeutet, dass keine Partei frei von etwaigen Problemen ist.
Als klar antisexistischer Jugendverband ist es unsere Aufgabe, diese Zustände radikal zu kritisieren und überall zu bekämpfen. Um das entsprechend umzusetzen, wurde der LAK Bodypositivity gegründet, der sich mit diesem Thema auseinandersetzt.

Es geht um die Analyse und Kritik des sexistischen Normalzustands der Mode- und Werbeindustrie bzw der gesamten kapitalistischen Wirtschaft, die solche Ideale erzeugt und von ihnen profitiert. Doch auch die Reproduktion des Problems durch einzelne Akteure, wie „Influencern“ oder Privatpersonen soll ein wichtiges Thema sein.

Eine Welt, frei von Sexismus und sexistischer Unterdrückung wird es nicht ohne die Dekonstruktion dieser Ideale geben, denn auch sie sind Teil der bestehenden Verhältnisse, die es zu überwinden gilt.

Für die befreite Gesellschaft! Für befreite Individuen! Gegen schädlichen Selbstoptimierungswahn – für einen positives Verhältnis zum eigenen Körper!
Kontakt: Ann-Christin Huber, ann-christin[ät]linksjugend-niedersachsen.de

LAK Gewerkschaft

Februar 2017 wurde auf der Landesmitgliederversammlung der Linksjugend Niedersachsen der Antrag „Rein in die Gewerkschaften!“ beschlossen der wieder mehr gewerkschaftliche Interessen in den Blick der Linksjugend rücken sollte. Als Reaktion gründete sich wenige Monate daraufhin der Landesarbeitskreis Gewerkschaft in Niedersachsen, als der erste seiner Art in Deutschland. Zur Gründung eingeladen wurde das Landesvorstandsmitglied der Partei Die Linke und der Gewerkschaftssekretär Stephan Hormann, der die Gewerkschaft IG-Metall vorstellte und mit dem wir über aktuelle gewerkschaftspolitische Geschehnisse diskutierten.

Aktuell zählen wir über zehn Genossen*innen als unsere Mitglieder und wollen uns vor allen mit den Themen Mitbestimmung und Digitalisierung in der Arbeitswelt beschäftigen.
Kontakt: 

LAK Politische Bildung

„Die Wurzeln der Bildung sind bitter, ihre Früchte aber sind süß“

Mit diesem Ausspruch Aristoteles vor Augen rufen wir als Aktive der Linksjugend Solid Niedersachsen zur Bildung des Landesarbeitskreises „Politische Bildung“ im Juni 2018 in Hannover auf. Unzählige linke Theoretiker*innen haben sich kritisch mit ihrer Gesellschaft auseinandergesetzt und hierbei nach Wegen gesucht, sie zum Besseren zu verändern. Ihre Ideen waren seit je her der Keim für die konkrete politische Arbeit. Mit dem LAK Politische Bildung wollen wir an dieser Stelle ansetzen und nach Wegen suchen, linke Theorien und Gesellschaftsanalysen verständlich zu vermitteln. Dabei werden wir zwangsläufig mit der Frage konfrontiert werden, wie sich mithilfe der gewonnen Erkenntnisse die Gesellschaft so verändern lässt, dass sie endlich für alle solidarisch, fair, gerecht, nachhaltig und lebenswert wird. Hier wollen wir zusammen nach Antworten suchen und die politische Bildung als wirkmächtiges Mittel im Kampf um die Zukunft unserer Gesellschaft nutzen.

Dieser Anspruch lässt sich jedoch nur einlösen, wenn sich viele Genoss*innen und Mitstreiter*innen beteiligen und an der Gründung des LAK mitwirken. Falls also Interesse besteht, schreibt eine Mail an: patrick.buemmerstede@solid-goettingen.de
Kontakt: Patrick Bümmerstede, patrick.buemmerstede[ät]solid-goettingen.de

LAK Kurdistan

Kontakt: Tugay Gören, tugay[ät]linksjugend-niedersachsen.de

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LAK Shalom

Wir sind der Landesarbeitskreis Shalom innerhalb des niedersächsischen Landesverbandes der sozialistischen Jugendorganisation linksjugend [’solid]. Der LAK Shalom Niedersachsen versteht sich vor allem als Plattform für die Bekämpfung von Antisemitismus in allen seinen Formen. Darüber hinaus richten wir uns gegen Antizionismus, Antiamerikanismus, regressive Kapitalismuskritik und islamischen Fundamentalismus. Das Wort „Shalom“ ist dem Hebräischen entnommen und bedeutet „Frieden“.

Da der Judenhass nach der Befreiung von Auschwitz durch die Rote Armee bekanntlich nicht verschwand, halten wir eine Kritik am Antisemitismus als Teil einer radikalen emanzipatorischen Gesellschaftskritik auch heute noch für notwendig. Hass auf Jüdinnen und Juden kann sich in mannigfaltigen Formen äußern. Ziel des LAK Shalom Niedersachsen ist es, gegenwärtigen Formen des Antisemitismus als solche aufzuzeigen und politisch zu bekämpfen.

Zu den gegenwärtigen Erscheinungsformen des Antisemitismus gehört auch die Dämonisierung Israels etwa in der deutschen Berichterstattung über den Nahostkonflikt oder in obsessiver „Israelkritik“, in denen klassische antisemitische Stereotype – wie etwa das vom rachsüchtigen, grausamen und machtgierigen Juden – fortleben. Das Bonmot des jüdisch-französischen Historikers Léon Poliakov, dass Israel der „Jude unter den Staaten“ sei, behält vor diesem Hintergrund seine Richtigkeit. Antizionismus, beziehungsweise Israel das Recht auf Existenz zu verweigern, ist folglich nichts anderes als die „geopolitische […] Reproduktion des Antisemitismus“¹. Daher sprechen wir uns klar gegen Antizionismus aus und solidarisieren uns mit Israel als jüdischen und demokratischen Staat, in denen Jüdinnen und Juden selbstbestimmt und geschützt vor antisemitischen Attacken leben können.

Da durch das beispiellose Verbrechen der Shoa durch den Nazifaschismus offen artikulierter Antisemitismus in der BRD gesellschaftlich geächtet ist und in einigen Fällen, wie der Holocaustleugnung, strafrechtlich belangt wird, artikulieren sich Antisemit*innen heute in indirekten Formen der Informationsvermittlung. So kann sich Judenhass etwa hinter einem verschwörungstheoretischen Raunen von den „Rothschilds“, der „Ostküste“ und der „Hochfinanz“ verstecken. Gegen einen solchen kleinbürgerlich inspirierten Pseudo-Antikapitalismus, der hinter Not und Elend nicht systemische Zwänge, sondern böse und gierige Hintermänner sieht, setzen wir als LAK Shalom Niedersachsen eine an der Marx’schen „Kritik der politischen Ökonomie“ orientierte Analyse kapitalakkumulierender Gesellschaften.

In diesem Zusammenhang muss auch der Antiamerikanismus erwähnt werden. So findet sich bei einigen Varianten des Pseudo-Antikapitalismus eine Gegenüberstellung von einem angeblich gemeinwohlorientierten „Rheinischen Kapitalismus“ auf der einen Seite und von US-amerikanischen Kapital auf der anderen Seite, wobei letzteres 2005 vom damaligen SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering als „Heuschreckenschwarm“ charakterisiert wurde. Wir hingegen schließen uns Karl Liebknechts Losung an: Der Hauptfeind steht im eigenen Land! Als sozialistischer Jugendverband ist die deutsche und nicht die US-amerikanische Bourgeoisie unser erster politischer Gegner.

Zu den Manifestationen des Judenhasses nach 1945 gehören auch die islamistischen Massenbewegungen. Islamisten tun sich aber nicht nur durch einen unverblümten Judenhass hervor, sondern verfolgen in jeder Hinsicht radikal antiemanzipatorische Ziele. Egal, ob es sich um die Muslimbrüder, den IS, die Hamas oder um das iranische Regime handelt, sie teilen ein antiliberales, antiwestliches und antikommunistisches Weltbild sowie einen Hass auf Frauen, Homosexuelle und alle, die sich ihnen widersetzen. Daher finden wir, dass die politische Bekämpfung des islamischen Fundamentalismus Anliegen aller Sozialist*innen sein sollte.

Die Arbeit des LAK Shalom Niedersachsen besteht darin, durch Vorträge und Workshops über die oben genannten Phänomene aufzuklären. Wir organisieren Demonstrationen gegen Antisemitismus und Antizionismus und nicht zuletzt wollen wir die inhaltliche Gesamtausrichtung der linksjugend [’solid] aktiv mitgestalten.

Falls Du Interesse bekommen hast bei uns mitzumachen, dann schreibe uns einfach über unsere Facebook-Seite an, die Du unter folgendem Link aufrufen kannst: facebook.com/lakshalomnds

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