LAK Shalom

Wir sind der Landesarbeitskreis Shalom innerhalb des niedersächsischen Landesverbandes der sozialistischen Jugendorganisation linksjugend [’solid]. Der LAK Shalom Niedersachsen versteht sich vor allem als Plattform für die Bekämpfung von Antisemitismus in allen seinen Formen. Darüber hinaus richten wir uns gegen Antizionismus, Antiamerikanismus, regressive Kapitalismuskritik und islamischen Fundamentalismus. Das Wort „Shalom“ ist dem Hebräischen entnommen und bedeutet „Frieden“.

Da der Judenhass nach der Befreiung von Auschwitz durch die Rote Armee bekanntlich nicht verschwand, halten wir eine Kritik am Antisemitismus als Teil einer radikalen emanzipatorischen Gesellschaftskritik auch heute noch für notwendig. Hass auf Jüdinnen und Juden kann sich in mannigfaltigen Formen äußern. Ziel des LAK Shalom Niedersachsen ist es, gegenwärtigen Formen des Antisemitismus als solche aufzuzeigen und politisch zu bekämpfen.

Zu den gegenwärtigen Erscheinungsformen des Antisemitismus gehört auch die Dämonisierung Israels etwa in der deutschen Berichterstattung über den Nahostkonflikt oder in obsessiver „Israelkritik“, in denen klassische antisemitische Stereotype – wie etwa das vom rachsüchtigen, grausamen und machtgierigen Juden – fortleben. Das Bonmot des jüdisch-französischen Historikers Léon Poliakov, dass Israel der „Jude unter den Staaten“ sei, behält vor diesem Hintergrund seine Richtigkeit. Antizionismus, beziehungsweise Israel das Recht auf Existenz zu verweigern, ist folglich nichts anderes als die „geopolitische […] Reproduktion des Antisemitismus“¹. Daher sprechen wir uns klar gegen Antizionismus aus und solidarisieren uns mit Israel als jüdischen und demokratischen Staat, in denen Jüdinnen und Juden selbstbestimmt und geschützt vor antisemitischen Attacken leben können.

Da durch das beispiellose Verbrechen der Shoa durch den Nazifaschismus offen artikulierter Antisemitismus in der BRD gesellschaftlich geächtet ist und in einigen Fällen, wie der Holocaustleugnung, strafrechtlich belangt wird, artikulieren sich Antisemit*innen heute in indirekten Formen der Informationsvermittlung. So kann sich Judenhass etwa hinter einem verschwörungstheoretischen Raunen von den „Rothschilds“, der „Ostküste“ und der „Hochfinanz“ verstecken. Gegen einen solchen kleinbürgerlich inspirierten Pseudo-Antikapitalismus, der hinter Not und Elend nicht systemische Zwänge, sondern böse und gierige Hintermänner sieht, setzen wir als LAK Shalom Niedersachsen eine an der Marx’schen „Kritik der politischen Ökonomie“ orientierte Analyse kapitalakkumulierender Gesellschaften.

In diesem Zusammenhang muss auch der Antiamerikanismus erwähnt werden. So findet sich bei einigen Varianten des Pseudo-Antikapitalismus eine Gegenüberstellung von einem angeblich gemeinwohlorientierten „Rheinischen Kapitalismus“ auf der einen Seite und von US-amerikanischen Kapital auf der anderen Seite, wobei letzteres 2005 vom damaligen SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering als „Heuschreckenschwarm“ charakterisiert wurde. Wir hingegen schließen uns Karl Liebknechts Losung an: Der Hauptfeind steht im eigenen Land! Als sozialistischer Jugendverband ist die deutsche und nicht die US-amerikanische Bourgeoisie unser erster politischer Gegner.

Zu den Manifestationen des Judenhasses nach 1945 gehören auch die islamistischen Massenbewegungen. Islamisten tun sich aber nicht nur durch einen unverblümten Judenhass hervor, sondern verfolgen in jeder Hinsicht radikal antiemanzipatorische Ziele. Egal, ob es sich um die Muslimbrüder, den IS, die Hamas oder um das iranische Regime handelt, sie teilen ein antiliberales, antiwestliches und antikommunistisches Weltbild sowie einen Hass auf Frauen, Homosexuelle und alle, die sich ihnen widersetzen. Daher finden wir, dass die politische Bekämpfung des islamischen Fundamentalismus Anliegen aller Sozialist*innen sein sollte.

Die Arbeit des LAK Shalom Niedersachsen besteht darin, durch Vorträge und Workshops über die oben genannten Phänomene aufzuklären. Wir organisieren Demonstrationen gegen Antisemitismus und Antizionismus und nicht zuletzt wollen wir die inhaltliche Gesamtausrichtung der linksjugend [’solid] aktiv mitgestalten.

Falls Du Interesse bekommen hast bei uns mitzumachen, dann schreibe uns einfach über unsere Facebook-Seite an, die Du unter folgendem Link aufrufen kannst: facebook.com/lakshalomnds