Statement zu Tom R.

Gestern jährte sich der 75 Jahrestag der Befreiung Auschwitz. Unangemessene und ekelhafte Kommentare kamen dieses Mal nicht nur aus der AFD, sondern leider auch aus unseren Reihen. Tom R. aus Hamburg, der ursprünglich Listenplatz 20 bei den Bürgerschaftswahlen einnehmen sollte, zog gestern den Vergleich zwischen dem Holocaust und der Klimakatastrophe und verbreitete dies auf Social Media.
Der aktuelle menschengemachte Klimawandel bedroht die Lebensgrundlage von Millionen und es gilt selbstverständlich mit hoher Priorität diese Katastrophe abzuwenden. Den Holocaust zu relativieren entschuldigt dies aber in keinsterweise. Die Aussage von Tom R. ist antisemitisch und auf das schärfste zu verurteilen. Wir begrüßen und unterstützen das Statement der Hamburger DIE LINKE und hoffen, dass mit aller Härte der parteilichen Möglichkeiten gegen Tom R. vorgegangen wird. Die Bekämpfung von Faschismus ist unser wichtigster Kampf und dazu gehört das Gedenken an die Gräueltaten der Nazis zu erhalten, nicht sie zu relativieren.

Vor diesem Hintergrund erklären die Hamburger Landessprecher*innen der Partei DIE LINKE, Olga Fritzsche und David Stoop:
„Wir verurteilen die unsägliche Relativierung und Instrumentalisierung des Holocausts. Die Erinnerung an den Holocaust und der Kampf gegen jegliche Entschuldigung, Instrumentalisierung oder Relativierung sind für uns Grundvoraussetzungen linker Politik. Antifaschismus ist unverzichtbarer Grundkonsens der Partei DIE LINKE. Wer diesen Konsens nicht mitträgt, ist in unserer Partei falsch. Nach zahlreichen Kontaktversuchen und ausführlicher Beratung beenden wir an dieser Stelle unsere Zusammenarbeit mit Tom R. und fordern ihn auf, von seiner Kandidatur zur Hamburgischen Bürgerschaft auf unserer Landesliste zurückzutreten. Der Landesvorstand wird morgen Abend zusammentreten und ein ordentliches Verfahren bis hin zum Parteiausschluss beraten.“